Kurswahl - Alternative 3

Und damit wären wir bei  Alternative Nummer 3: der Vollzeitlehrgang.

Beim Vollzeitlehrgang schwört man seinem bisherigen Leben vollständig ab. Man quittiert die Arbeit für die Dauer der Vorbereitung, entsagt all seinen Freunden und Verwandten und begibt sich für einen Zeitraum von 8 bis 18 Wochen in einen hermetisch abgeriegelten Ort am ADW, der so abgelegen von der Zivilisation ist, dass man vor Langeweile sogar freiwillig lernt. Wenn man das große Los trifft gibt es in dem Kaff noch nicht einmal einen vernünftigen Handyempfang und wenn man den Luxus besitzt TV oder Internet zu empfangen, ist dies schon das höchste der Gefühle. Das einzig wahre Ziel ist das (hoffentlich erfolgreiche) Ablegen der schriftlichen Prüfung. Denn erst kurz vor Beginn dieser entpuppt sich der kleine Prüfling aus seinem Lernkokon um der knallharten Wahrheit ins Auge zu blicken.

Nun ja - so oder so ähnlich läuft das Ganze ab. Der Vollzeitkurs ist wie der Name schon sagt eine Vollzeitbeschäftigung und meist zweigeteilt. In den ersten 8 bis 15 Wochen widmet man sich an 5 bis 6 Tagen die Woche einem vorwiegend ganztägigen Präsenzkurs, der meist in etwas abgelegenen Orten jenseits jeglicher Ablenkung stattfindet. Nach den ersten 3 bis 4 Wochen werden in regelmäßigen Abstand begleitend zur Stoffvermittlung die ersten Übungsklausuren geschrieben. Auch hier ist eine tägliche Nacharbeitung unabdingbar, jedoch ist man dann dauerhaft im Lernen drin und muss nicht ständig umdenken. In den darauffolgenden zwei bis drei Wochen wird kein Stoff mehr vermittelt, sondern nur noch Übungsklausuren geschrieben, um die nötige Routine zu bekommen. Bei manchen Anbietern ist dieser zweite Teil, der sogenannte Klausuren-Intensivkurs nicht inbegriffen, sondern muss zusätzlich gebucht werden. Der Vollzeitlehrgang endet in der Regel nur wenige Tage vor der eigentlichen Prüfung.

Summa Summarum verlangt der Vollzeitkurs damit deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten. Völlig gegensätzlich zum Fernkurs ist hier keinerlei zeitliche oder örtliche Flexibilität gegeben. Das Rudel hat vorgegeben Zeiten zum Lernen. Es hat also durchaus eine disziplinierende Komponente – genau das, was ich brauche! Der große Nachteil an dem Vollzeitlehrgang sind die damit verbundenen Kosten. Möchte man sich in Vollzeit vorbereiten, so verlangt dies einen mindestens vierteljährlichen völligen Verzicht auf berufliche Aktivitäten. Da diese Kurse noch dazu am ADW stattfinden, kommt man meistens um eine Unterkunft vor Ort nicht drum herum. Im Klartext bedeutet dies: Neben den eigentlich Lehrgangsgebühren in Höhe von rund 6.000 – 8.000 EUR muss man den Verdienstausfall plus die Kosten für eine Unterkunft am Lehrgangsort einkalkulieren. Ganz schön happig…

9.3.14 20:30

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