Kurswahl - meine Entscheidung

Ich hatte gegenwärtig das große Glück (zumindest in Bezug auf die aktuelle Situation^^) dass ich nicht in festen Händen war und auch noch keine Kinder mein Eigen nennen konnte. Ich war somit völlig autonom. Ich hatte ferner das große Glück meine Familie im Rücken zu wissen, die mir jegliche Unterstützung für mein Vorhaben zusagte und mir wenn nötig auch finanziell unter die Arme greifen würde. Da ich auch schon länger das Examen anvisiert habe, hatte ich auch selbst ein ausreichendes finanzielles Polster geschaffen, um die Prüfung ohne Hilfe in Anspruch nehmen zu können. Doch der Teufel ist ein Eichhörnchen, deswegen war zumindest die Aussicht auf weitere Rückendeckung – sollte irgendwas Unvorhergesehenes eintreten oder ich etwas Wesentliches übersehen haben – sehr beruhigend. Ferner war es mir ziemlich egal, ob mir mein Chef eine Freistellung gewähren würde oder nicht. Schließlich mache ich diese Prüfung für mich selbst und nicht für einen anderen zumal Assistenten in der Steuerberatung bei uns in der Region weggingen, wie heiße Semmeln. Die Nachfrage nach qualifizierten Leuten war riesig! Somit hatte ich auch keinerlei Bedenken zur Not zu kündigen, sollte mein Chef nicht wollen wie ich wollte. Um die Rahmenbedingungen musste ich mir somit kaum Gedanken machen.

Wer sich auf die Prüfung vorbereit lebt eine Zeit lang nur für diese und muss jeder Ablenkung entsagen. Die Vorbereitungsphase ist nicht nur eine zeitintensive sondern auch eine große nervliche Belastung Da ich mich selbst gut und gerne Ablenken lasse wollte ich die Zeit so gut es ging minimieren. Mit einigen Wochen Stress am Stück kann ich gut umgehen und wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, dann brauche ich diesen Druck auch um gut arbeiten zu können. Wenn der Stress dagegen zu lange währt, dann gelange ich irgendwann an einen Punkt, an dem ich alles stehen und liegen lasse und mich nur noch schwer aufraffen kann mich neu zu motivieren, weil das Ende noch zu fern ist. Des Weiteren bin ich kein Mensch, der gerne für sich alleine lernt. Die Aussicht auf eine gesunde Motivation innerhalb einer Gruppe, die ein gemeinsames Ziel vor Augen hat war für mich ebenso essentiell wie die Vorgabe fester Lernzeiten. Dadurch gelangte ich letztendlich zu der Überzeugung, dass der Vollzeitkurs für mich am besten geeignet wäre.

Nur welcher Anbieter durfte es nun werden?

9.3.14 20:38, kommentieren

Kurswahl - Ja welcher ist denn nun der Richtige?

Vor der Wahl des Anbieters sollte ein jeder angehende Prüfling sich daher zunächst im Klaren sein, welche Alternative überhaupt mit der eigenen Lebenssituation vereinbar ist. Ganz oben steht bei den meisten die Frage - wie stehe ich überhaupt finanziell da? Allein für die Prüfungs- und Zulassungsgebühr muss ein Teilnehmer bereits 1.2000 EUR berappen. Die diversen Vorbereitungskurse für das Examen sind wie dargelegt auch alles andere als günstig - zwischen 1.500 und 8.000 EUR je nach Anbieter (ohne Unterkunft!) sollte man dafür schon einkalkulieren. Fährt man auf Sparkurs kommt man vielleicht - wenn man noch Kosten für Bücher und andere Lernmaterialen hinzurechnet - durchaus mit weniger als 5.000 Euronen aus. Aber kann man damit wirklich eine für sich optimal Vorbereitung herausholen?

Die Vorbereitungskurse sind de facto teuer. Doch kann eine falsche Vorbereitung auch die Prüfung aufs Spiel setzen. Zudem sollte man auch langfristig denken - bestehe ich das Examen, dann verdiene ich auch ordentlich mehr. Man sollte das Geld daher durchaus auch als Investition betrachten. Ein Risiko bleibt jedoch immer, denn auch ein teurer Anbieter kann mir keinen Erfolg garantieren - die Beraterprüfung ist nun einmal nicht käuflich! Doch mit einer guten Vorbereitung kann man das Risiko durchaus minimieren. Daher sollte man sich frühzeitig Gedanken darüber machen, ob es sinnvoll ist am falschen Ende zu sparen.

Nichtsdestotrotz muss die Knete erst einmal vorhanden sein! Manch einer hat einfach nicht die Möglichkeit sich einen 10.000 EUR-Kurs zu leisten, drei Monate auf sein Gehalt zu verzichten und noch seine Familie zuhause durchzufüttern. Womit wir auch schon bei den weiteren Kriterien angelangt sind: die private und die berufliche Situation.

Bin ich Single muss ich wenig Rücksicht auf das Wohlergehen anderer nehmen, aber habe ich einen Partner sowie Kind zuhause und muss womöglich noch einen Kredit für das Haus abbezahlen sieht die Sache dagegen schon ganz anders aus. Wenn ich dann zudem noch der Alleinverdiener bin, dann ist der Traum vom Berater gar bereits kurz davor wie eine Seifenblase zu zerplatzen.

Aber eine Familie birgt noch ganz andere Hürden: Man muss sich fragen: wäre es mir möglich diese für eine gewisse Zeit zu verlassen, um mich alleine in Ruhe meinem Studium zu widmen? Oder - sollte ich mich entscheiden zuhause zu bleiben - habe ich dann die Kraft meine Aufmerksamkeit wirklich auf die Vorbereitung zu richten, wenn die Kinder um mich herum spielen oder mein Partner nach mir verlangt? Sind auch sie bereit zu verzichten und mich vollends zu unterstützen? Kurzum habe ich die Möglichkeit und auch die Motivation meinen Partner und die Familie für eine gewisse Zeit zu verlassen oder zumindest extrem zu vernachlässigen? Letztere Frage ist essentiell, denn wenn man das Examen bestehen möchte, dann ist Verzicht unvermeidbar.  Was bleibt ist nur die Wahl für das vermeintlich  geringere Übel...

Wie sieht es ferner im Job aus? Ist mein Chef bereit mich bis zu vier Monate vor der Prüfung freizustellen oder mich arbeitstechnisch über mehrere Monate zu entlasten, damit ich ausreichend Freizeit und einen freien Kopf zum Lernen habe?

Wie man sieht gab es eine Vielzahl von Fragen und Faktoren, die ich Bedenken musste, ehe ich mich überhaupt mit der eigentlichen Anbieterauslese befassen konnte. Und einem jeden angehenden Examensbestreiter sei Nahe gelegt sich mit eben jenem Fragen intensivst auseinanderzusetzen. Wichtig ist stets, dass es hierbei kein richtig oder falsch gibt. Jeder Mensch ist anders und jede Situation erfordert eine differenzierte Entscheidung. Man muss selbst aus den Gegebenheiten entscheiden, welcher Weg für einen der Beste ist. Gleiches gilt letztendlich für die Wahl des Anbieters – doch dazu später mehr.

9.3.14 20:34, kommentieren

Kurswahl - Alternative 3

Und damit wären wir bei  Alternative Nummer 3: der Vollzeitlehrgang.

Beim Vollzeitlehrgang schwört man seinem bisherigen Leben vollständig ab. Man quittiert die Arbeit für die Dauer der Vorbereitung, entsagt all seinen Freunden und Verwandten und begibt sich für einen Zeitraum von 8 bis 18 Wochen in einen hermetisch abgeriegelten Ort am ADW, der so abgelegen von der Zivilisation ist, dass man vor Langeweile sogar freiwillig lernt. Wenn man das große Los trifft gibt es in dem Kaff noch nicht einmal einen vernünftigen Handyempfang und wenn man den Luxus besitzt TV oder Internet zu empfangen, ist dies schon das höchste der Gefühle. Das einzig wahre Ziel ist das (hoffentlich erfolgreiche) Ablegen der schriftlichen Prüfung. Denn erst kurz vor Beginn dieser entpuppt sich der kleine Prüfling aus seinem Lernkokon um der knallharten Wahrheit ins Auge zu blicken.

Nun ja - so oder so ähnlich läuft das Ganze ab. Der Vollzeitkurs ist wie der Name schon sagt eine Vollzeitbeschäftigung und meist zweigeteilt. In den ersten 8 bis 15 Wochen widmet man sich an 5 bis 6 Tagen die Woche einem vorwiegend ganztägigen Präsenzkurs, der meist in etwas abgelegenen Orten jenseits jeglicher Ablenkung stattfindet. Nach den ersten 3 bis 4 Wochen werden in regelmäßigen Abstand begleitend zur Stoffvermittlung die ersten Übungsklausuren geschrieben. Auch hier ist eine tägliche Nacharbeitung unabdingbar, jedoch ist man dann dauerhaft im Lernen drin und muss nicht ständig umdenken. In den darauffolgenden zwei bis drei Wochen wird kein Stoff mehr vermittelt, sondern nur noch Übungsklausuren geschrieben, um die nötige Routine zu bekommen. Bei manchen Anbietern ist dieser zweite Teil, der sogenannte Klausuren-Intensivkurs nicht inbegriffen, sondern muss zusätzlich gebucht werden. Der Vollzeitlehrgang endet in der Regel nur wenige Tage vor der eigentlichen Prüfung.

Summa Summarum verlangt der Vollzeitkurs damit deine uneingeschränkte Aufmerksamkeit über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten. Völlig gegensätzlich zum Fernkurs ist hier keinerlei zeitliche oder örtliche Flexibilität gegeben. Das Rudel hat vorgegeben Zeiten zum Lernen. Es hat also durchaus eine disziplinierende Komponente – genau das, was ich brauche! Der große Nachteil an dem Vollzeitlehrgang sind die damit verbundenen Kosten. Möchte man sich in Vollzeit vorbereiten, so verlangt dies einen mindestens vierteljährlichen völligen Verzicht auf berufliche Aktivitäten. Da diese Kurse noch dazu am ADW stattfinden, kommt man meistens um eine Unterkunft vor Ort nicht drum herum. Im Klartext bedeutet dies: Neben den eigentlich Lehrgangsgebühren in Höhe von rund 6.000 – 8.000 EUR muss man den Verdienstausfall plus die Kosten für eine Unterkunft am Lehrgangsort einkalkulieren. Ganz schön happig…

9.3.14 20:30, kommentieren

Disziplin ...

Da war es wieder dieses böse Wort  …

Wieso steh ich mit der Disziplin nur  so auf Kriegsfuß? Ich weiß nicht recht – vermutlich liegt es daran, dass ich bislang mit dem Minimalprinzip recht gut gefahren bin. Während andere Leute Stunden brauchen, um einen gewissen Sachverhalt zu verinnerlichen, habe ich gewisse Dinge recht schnell gefressen. Zugegeben meist sind sie zu einem Ohr rein und wenige Tage später, nachdem alles auf Papier gefasst wurde, zum anderen wieder rausgezwitschert. Und ein bisschen Pokern war auch dabei. Manche Dinge habe ich nie geschnallt und werde sie auch in tausend Jahren nicht kapieren – „Mut zur Lücke“ war da die Devise. Bislang hat es funktioniert. Doch nie zuvor hatte ich es mit solch einer Fülle an Stoff zu tun. 

Im Grunde klingt ein Minimum von einem Jahr Vorbereitungszeit gar nicht so verkehrt. Das ist ausreichend Zeit sich Stoff zu verinnerlichen und diesen hinreichend zu wiederholen. Das Problem bei mir ist nur – meine doofe Birne behält nichts, mit dem es nichts Sinnvolles anzufangen weiß. Wenn ich mit etwas in der Praxis schon einmal zu tun hatte und weiß, wo ich damit ansetzen kann, dann bleibt es hängen. Solange ich dagegen nur die trockene Theorie kenne – und verdammt nochmal diese vermaledeite Prüfung ist verflucht theoretisch! –  ist es ein vages Konstrukt, das mit der Zeit verblasst. Ergo, die Leere hält wieder Einzug. Und je mehr Zeit vergeht, desto größer wird diese Leere. Meine Sorge war daher, dass ich wenn ich zu früh anfange mir irgendwas in den Kopf zu hämmern, die Hälfte bis zur Prüfung von einem hämisch grinsenden Nichts wieder aufgefressen war.

Also wieso das Risiko eingehen zu früh anzufangen und mir ein ganzes Jahr Beschränkungen aufzuerlegen und das Leben zu vermiesen nur damit es doch in die Hose geht? Gab es keine andere Alternative?

9.3.14 20:22, kommentieren

Kurswahl - Alternative 2

Als zweite Alternative gibt es ab ca. 1.5000 EUR die berufsbegleitende Vorbereitung. Diese beginnt in der Regel 12- 18 Monate vor dem Examen und findet im wöchentlichen Rhythmus als Präsenzkurs an ausgewählten Veranstaltungsorten statt. Ganz klassisch ist hierbei der Samstagskurs, aber es gibt auch welche die zusätzlich den Freitagnachmittag / -abend miteinbeziehen oder sich einfach nur zwei Abende die Woche rauspicken, um lerneifrige Prüflinge nach einem ausgiebigen Arbeitstag noch die Kopfschmerzen mit Wissen und Paragraphen zu versüßen.

Gegenüber dem Fernkurs hat dieser natürlich den Vorteil, dass man einen fixen Termin zur Stoffaufnahme  vorgegeben hat und sich mit anderen Leidenden zusammentun kann. Für den inneren Schweinehund ist dies schon einmal ein kleiner Tritt in den Hintern, denn geteiltes Leid ist halbes Leid – das motiviert zusätzlich. Und einem festen Termin entgeht man weniger mit – „Ach nöö, jetzt noch ne Runde ne Serie im TV reinziehen, das Skript läuft schon nicht weg.“

Meistens finden diese Kurse jedoch in großen Ballungszentren statt. Leute von außerhalb dürfen sich daher über lange Fahrtzeiten und nicht unerhebliche Spritkosten freuen. Obendrein sollten rund 10h die Woche zusätzlich neben der Arbeit fürs Nacharbeiten eingeplant werden. Wie auch beim Fernkurs ist daher auch hier neben ausreichend Zeit und Ruhe eine hohe Disziplin nötig.

9.3.14 19:58, kommentieren